Hugenpoet: Nur wenige Tage unter dem Schutzschirm

Weihnachtsmarkt 2013, Foto: © XDream-Events

Michael Lübbert, Geschäftsführender Gesellschafter der Schlosshotel Hugenpoet GmbH, ist ein schwer geprüfter Mann. Als er 1994 die GmbH ins Handelsregister Essen eintragen ließ, hatte die Immobilie schon einige Jahrhunderte „auf dem Buckel“, wie man im Rheinland sagt. Im Besitz derer von Fürstenberg, war sie zuvor an die Familie Neumann verpachtet, die auch schon in Steine investierte. Wie Michael Lübbert im Gespräch mit NFh berichtet, wurden damals DM 2 Mill. aufgewendet, um das Anwesen als Hotel und Restaurant auf die Höhe der Zeit zu bringen. Das Kapital kam nicht vom Fürsten sondern aus der Privatschatulle der Neumanns und war nach Aufgabe der Pacht perdu.

Insofern hat Lübbert es wohl besser gemacht. Er investierte auch in Steine, besorgte auch das Geld dafür, aber ließ es vom Fürsten besichern. Das wäre auch alles aufgegangen, wenn die Preissteigerungen im Bausektor die ursprünglichen Planungen nicht über den Haufen geworfen hätten. Was mit € 2,5 Mill. veranschlagt worden war kostete mehr als € 3 Mill., was natürlich den Zins- und Tilgungsplan aufblähte, der dann nicht mehr fristgerecht bedient werden konnte. Deshalb die Flucht unter den Schutzschirm, eine Konstruktion über die wir in NFh Nr. 07/03, S.16 ausführlich berichteten. Kurz gesagt, schafft er günstige Voraussetzungen für die Sanierung. Daß er nun schon wieder verlassen werden konnte, liegt vielleicht an der cleveren Konstruktion der Kapitalbeschaffung.

Ansonsten scheinen Hotel und Restaurant halbwegs gesund, die Aufgabe des Sterne-Restaurants Nero kam möglicherweise ein wenig zu spät und überhastet, aber es dürfte positive Auswirkungen auf dem Cash flow haben. Trotzdem wird Lübbert kämpfen müssen. Aus dem Schneider ist er noch nicht.




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