Das teure Geschäft auf der Terrasse

Ein Terrassencafé, gemalt von Vincent van Gogh, 1888, ausgestellt im Kröller-Möller Museum, Fundstelle: wikipedia.

Der Bund der Steuerzahler NRW hat die sogenannten Terrassengebühren in 56 Städten Nordrhein-Westfalens mit mehr als 60 000 Einwohnern untersucht. Die Frage war, wie viel Geld müssen Gastwirte an ihre Stadt entrichten, wenn sie von Mai bis September 2016 auf 25 qm fünf Tische mit je vier Stühlen auf öffentlichen Flächen aufstellen?

Wie in den vergangenen Jahren gibt es große Unterschiede, was die Gebührenhöhe angeht. Besonders tief in die Tasche greifen müssen Wirte in Bonn. Nachdem die Stadt bereits im Jahre 2015 negativer Spitzenreiter mit einer Gebühr in Höhe von € 1 250,- war, verlangt Bonn jetzt € 1 500,-. Teuer wird es auch für Gastwirte in Wuppertal, die jetzt € 1 212,50, in Düsseldorf, die € 1 100,- , in Leverkusen, wo es € 1 037,50 kostet und in Münster und Recklinghausen mit jeweils € 875,-.

Auffällig ist, daß unter den sechs teuersten Städten drei (Wuppertal, Leverkusen und Recklinghausen) sind, die dem Stärkungspakt Stadtfinanzen angehören, sagt der Bund der Steuerzahler. Dies lasse die Annahme zu, daß Städte, die Schwierigkeiten haben ihre kommunalen Haushalte auszugleichen, hier an der Gebührenschraube drehen. Erhöhungen gab es außerdem in Dinslaken, Gladbeck, Krefeld und Rheine.

Erfreuliche Ausnahmen: Die Städte Iserlohn und Herten verlangen überhaupt keine Terrassengebühren. Andere Städte setzen moderate Tarife fest, wie etwa Viersen ( € 137,50), Kerpen (€ 187,50) und Lüdenscheid (€ 208,76).

Es gibt in NRW kein Gesetz, das die Städte und Kommunen zwingt, Terrassengebühren für die Nutzung öffentlicher Flächen zu erheben. Der Bund der Steuerzahler NRW fordert deshalb, dem positiven Beispiel von Herten und Iserlohn zu folgen und auf Terrassengebühren zu verzichten.

Im Übrigen löst sich so manches von alleine auf. Falls sich die Gebühren nicht mehr rechnen, verzichtet der Gastwirt auf die Bewirtung außerhalb seines Restaurants oder Cafés. Dem Flair einer Stadt wird das nicht guttun.




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