Regelkonforme Trinkwasserhygiene im Hotel

Für das Auge des Betrachters nicht sichtbar: die Funktionen des F5L-Mix Einhebelmischers von Franke Water Systems, oben links: Thomas Boldemann

Die Archtektur von Hotelbädern ist einem ständigen Wandel unterworfen. Wir wollen uns daran erinnern, als die Innside Gruppe mit zum Wohnbereich offenen Bädern auf sich aufmerksam machte und gleichermaßen Zustimmung und Ablehnung erfuhr. Unabhängig davon gibt es den Problemkreis der Armaturentechnik. Auch hier hat sich einiges getan. NFh sprach darüber mit Thomas Boldemann, Product Manager Armaturentechnik bei Franke Water Systems.

FRAGE: Wie beurteilen Sie als Produktmanager für Armaturentechnik bei Franke Water Systems die besonderen Anforderungen an die Sanitärausstattung in Hotels?

Thomas Boldemann: Die besondere Herausforderung bei Sanitärausstattungen in Hotels liegt in den verschiedenen Nutzungsbereichen. Der Gast erwartet im Bad seines Hotelzimmers den gleichen Komfort wie im heimischen Badezimmer. Die Wasch- und Toilettenräume der Hotellobby, des Restaurants oder Wellness-Bereichs sind die Visitenkarte eines jeden Hotels. Während in diesen Bereichen durchaus elektronische und selbstschließende Armaturen inzwischen zum Standard gehören, zum Standard gehören, ist im Hotelbad vorwiegend der Einhebelmischer ohne automatische Hygiene-Spülfunktion und Verbrühungsschutz zu Hause. Vor dem Hintergrund der allgemein anerkannten Regeln der Technik ist diese konventionelle Einhebelmischertechnologie für die Trinkwasserhygiene nicht ideal.

FRAGE: Aus welchen Gründen? Können Sie diesen Aspekt bitte einmal näher erläutern?

Thomas Boldemann: Selbst gut gehende Hotels erleben keine permanente Auslastung aller Zimmer. Berücksichtigt man, daß stagnierendes Wasser und ungünstige Temperaturverhältnisse in den Trinkwasserinstallationen die Hauptursachen für Trinkwasserverkeimungen darstellen, liegt das Problem auf der Hand. In den ungenutzten Zimmer fließt kein Wasser und bei dem diesjährigen Sommer erwärmen sich selbst gut gedämmte Kaltwasserleitungen auf mehr als die zulässigen 25° Celsius.

FRAGE: Was kann das Hotel dagegen tun?

Thomas Boldemann: Moderne Armaturentechnologien bieten automatische Hygienespüloptionen, um das in den Rohrleitungen befindliche Trinkwasser regelmäßig auszutauschen. Laut Regelwerk sollte das mindestens alle 72 Stunden, besser aber einmal am Tag, erfolgen. Bisher waren dafür immer elektronische Armaturen notwendig. Da haben wir angesetzt. Wir ermöglichen diese Funktionalität über die Kombination mit einer optionalen Hygieneeinheit auch für Einhebelmischer. Nicht nur am Waschtisch, sondern auch ganz neu bei Duscharmaturen. Die Hygieneeinheit wird entweder unter dem Waschtisch bzw. an oder in der Duscharmatur installiert.

FRAGE: Können diese Hygieneeinheiten mit jeder Armatur kombiniert werden?

Thomas Boldemann: Nein, hierfür sind besondere, konstruktive Voraussetzungen innerhalb der Armatur notwendig. Der F5L-Mix Einhebelmischer von Franke Water Systems wurden speziell dafür entwickelt.

FRAGE: Wir muss ich mir diese Installation vorstellen?

Thomas Boldemann: Die optionale Hygieneeinheit für F5LMix Einhebelmischer zur Montage auf dem Waschtisch besteht aus einem Funktionsblock aus bleiarmem Messing mit Magnetventilkartuschen, der von der Waschtischunterseite direkt mit dem Armaturensockel des Hebelmischers verbunden wird. Über zwei Kabel wird der Kontakt zwischen den Magnetventilen mit der elektronischen Steuereinheit hergestellt, die unterhalb des Waschtisches zu platzieren ist, als Auf- oder Unterputzvariante. Das ist im Prinzip unsichtbar für den Gast. Als Armaturenvarianten zur Auf- oder Unterputzmontage am Waschtisch oder in der Dusche stehen verschiedene Ausführungen mit bereits integrierter Hygieneeinheit oder der Vorrichtung für diese optionale Komponente zur Wahl. Übrigens bieten alle F5L-Wandbatterien zur Aufputzmontage ein verbrühungssicheres Safe-Touch-Gehäuse und bieten über die integrierte Keramikkartusche einen thermostatischen Verbrühungsschutz, ein sympathischer Nebeneffekt.

FRAGE: Das klingt durchaus aufwendig?

Thomas Boldemann: Der Installationsaufwand ist absolut überschaubar. Ein Haustechniker, der in nicht belegten Zimmern täglich die Armaturen manuell öffnen und schließen soll, kann sich in dieser Zeit nicht um andere Aufgaben kümmern. Das läßt sich vermeiden. Zum Einstellen der entsprechenden Funktionsparameter für automatische Hygienespülungen, z.B. Hygienespülungen mit Datum- und Uhrzeitangabe ausgelesen werden. Damit ist der Hotelbetreiber in der Lage, die gespeicherten Betriebsparameter zum Überwachen und Managen des Trinkwasserinstallationsystems zu nutzen. Das schafft Sicherheit und sorgt für Transparenz hinsichtlich der Trinkwasserhygiene im Haus.

Herr Boldemann, wir danken Ihnen für das Gespräch.




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