Die Lösung liegt im Keller, aber keiner interessiert sich

So könnte es im Keller - oder unter dem Dach - aussehen, wenn die Möglichkeiten ausgeschöpft würden. Das ist aber selten beim Neubau der Fall, viel weniger beim Altbau, stattdessen Rost und schädliche Abgase. Die Grafik zeigt ein Home Energy Management System (HEMS). Quelle: BDH

Postulierte Ressourcen- und Klimaschutzziele in Europa kennzeichnen den energie- und wirtschaftspolitischen Diskurs. Ein Schlüssel für die Erreichung dieser Ziele liegt im größten Energieverbrauchssektor Europas und Deutschlands, dem Wärmemarkt. Dieser bietet die höchsten Energieeinspar- und CO2-Minderungspotentiale überhaupt. Diese werden aber nicht gehoben. Stattdessen stürzt man sich mit aberwitzigen Kennziffern auf die Autoindustrie und ist erstaunt, daß das nichts bringt. Alle „Umweltzonen“ haben die Zusammensetzung der Luft nicht verbessert und Fahrverbote werden das auch nicht. In Stuttgart werden werden gerade mal wieder welche vollstreckt.

In Europa und hier in Deutschland ist das, was Wärme erzeugt, dramatisch veraltet. Von rund 21 Millionen zentralen Wärmeerzeugern in deutschen Heizungskellern entsprechen rund zwei Drittel nicht mehr dem Stand der Technik und verbrauchen zu viel Energie. Sowohl für die Modernisierung, als auch für den Neubau bietet ein umfangreiches Portefeuille an hocheffizienten Lösungen an und werden nicht abgerufen. Die ISH (11.03.-15.03.19 in Frankfurt/M). versucht das zu ändern. Das ist nicht neu, aber der Erfolg steht aus.

Hybride Systeme ermöglichen hohe Effizienzgrade und die Einkopplung von erneuerbaren Energien. Eine Variante des hybriden Systems stellt die Wärmepumpe in Kombination mit einem Brennwertgerät dar. Die Wärmepumpe übernimmt in Zeiten, in denen ein geringer Wärmebedarf herrscht, die Teillast. Besteht ein hoher Wärmebedarf, wie etwa im Winter, federt das Brennwertgerät die Spitzen ab. Ebenso kann die Wärmepumpe nach dem gleichen Prinzip mit einem Festbrennstoffkessel kombiniert werden. Auch die Kombination eines Brennwertgerätes mit einer solarthermischen Anlage gilt als hybrides System und kann sowohl im Bestand, als auch im Neubau eingesetzt werden. Gerade hier ist aufgrund des geringen Wärmebedarfs die Wärmepumpe als alleinstehende Lösung gut geeignet. Wünscht sich der Betreiber ein hohes Maß an Energieautarkie, kann er diese mit einer PV-Anlage kombinieren und so den selbstproduzierten Strom zum Heizen nutzen.

In Zukunft kann die Wärmepumpe in Verbindung mit einer PV-Anlage und einem elektrischen Speicher auch im Zentrum eines Home Energy Management Systems (HEMS) stehen. Der Energiemanager koordiniert das Zusammenspiel von Verbrauchern und Erzeugern. Die PV-Anlage liefert günstigen Strom zum Antrieb der elektrischen Wärmepumpe. Die Kombination aus Wärmepumpe und PV-Anlage steigert die Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems. Der überschüssige Solarstrom, der im Gebäude nicht zeitgleich verbraucht wird, lässt sich zur Ladung des Batteriespeichers nutzen.

Schließlich stellt die Brennstoffzellenheizung eine effiziente Lösung zur Wärmeversorgung dar. Diese Technologie nutzt die chemische Energie eines Brennstoffs, wie beispielsweise Erdgas und wandelt diese in elektrischen Strom und Wärme um. Gasbetriebene Brennstoffzellen sind extrem energieeffizient und sparen CO2 ein. Deshalb besteht für die Brennstoffzellentechnik eine besonders attraktive Förderung, aber sie wird selten abgerufen.

Alle modernen Wärmeerzeuger verfügen über eine Schnittstelle zum Internet und lassen sich somit per App und Tablet oder Smartphone steuern. Das steigert nicht nur den Komfort, sondern ermöglicht zusätzliche Energieeinsparpotentiale.
Quelle NFh Nr. 13/18




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