Frenzel geißelt Stigmatisierung des Tourismus

Michael Frenzel - Foto oben - nahm das 19. Europäische Tourismusforum zum Anlass als BTW Präsident die Stigmatisierung des Tourismus als Treiber der „Pandemie“ zu geißeln. Der Gesetzgeber versuche durch Einschränkungen – seien es Reisewarnungen, Zwangsquarantäne für Reiserückkehrer, Beherbergungsverbote, Alkoholausschankverbote oder dem Verbot bzw. Teilnehmerbegrenzung von Veranstaltungen – der Ausbreitung des Virus Einhalt zu gebieten. Zugleich werde ein politisches Klima geschaffen, das aktiv von touristischen Reisen abrät oder warnt. Die Politik teilt laufend mit, dass Urlaub, Reisen und Ausgehen das Infektionsgeschehen treiben, ohne dafür belastbare Zahlen zu liefern. Der momentane Umgang der Politik mit dem Tourismus sei unsachlich und diskreditierend.

Gleichwohl, sagt Frenzel, belegen die Zahlen der Coronavirusinfizierten, dass touristische Aktivitäten kein signifikant größeres Infektionsrisiko darstellen, sondern die meisten Infektionen in anderen Bereichen – vor allem im Kontext privater Feiern – stattfinden. Wir appellieren an den Gesetzgeber, sagt Frenzel, den jüngsten Erkenntnissen des RKI zu folgen, das festgestellt hat, dass zwar erhöhte Mobilität ein erweitertes Risiko bedeuten kann; dieses jedoch nicht primär an den Ort der Reise oder ein spezifisches Gebiet gebunden sei, sondern wesentlich von dem Verhalten des Einzelnen in einem Gebiet mit Virusübertragungen abhängt.

Dieser Erkenntnis folgend verbiete sich die pauschale Stigmatisierung des Tourismus sowie unverhältnismäßige Maßnahmen wie Beherbergungs- oder Reiseverbote. Für die Unternehmen der Tourismuswirtschaft sei es von existentieller Bedeutung, dass eine realistische Analyse vorgenommen wird, wo Infektionsgefahren liegen und wo nicht.

Die Reisefreiheit sei, besonders in Europa, ein hohes Gut. Das Schließen der Grenzen im Frühling sei ein Fehler gewesen und habe genauso wie die Reisebeschränkungen kaum zur Eindämmung der Pandemie beigetragen. Da das Virus überall ist, helfe nur das Einhalten der bekannten Regeln, egal wo.




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