Star Inn endgültig am Ende

Die sieben noch verbliebenen Häuser der Hotelkette Star Inn, in Bremen, Frankfurt, Heidelberg, Karlsruhe, Stuttgart, Regensburg und Unterschleißheim bleiben geschlossen, selbst dann, wenn Sie nach Ende der Restriktionen öffnen könnten. Das teilen die Insolvenzverwalter Holger Blümle und Tobias Hirte von Schultze & Braun mit. Es sei nicht möglich gewesen, kurzfristig einen Investor zu finden, der die Hotels unter den derzeitigen Bedingungen fortführen könne.

Die Star-Inn-Gruppe hatte bekanntlich für ihre beiden Gesellschaften Star Inn Hotels Deutschland GmbH und Star Inn Hotels Bayern GmbH Anfang Dezember Insolvenzanträge gestellt und eine Sanierung in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Karlsruhe bestellte daraufhin Blümle und Hirte zu vorläufigen Sachwaltern.

Am 1. März eröffnete das Amtsgericht das Insolvenzverfahren. Aufgrund der nicht kalkulierbaren Zukunftsaussichten wurde die Eigenverwaltung beendet und das Verfahren in ein Regelinsolvenzverfahren überführt. Die Gruppe hatte sich zuletzt intensiv um den Einstieg eines Investors bemüht, der alle oder einzelne Häuser übernehmen und fortführen kann. Aufgrund der Schließungsverfügungen und der unklaren Zukunftsaussichten fand sich jedoch kein Interessent, sagen die Insolvenzverwalter.

Als die staatliche Unterstützung, insbesondere die sogenannte Novemberhilfe, beantragt wurde, hätten die Bedingungen noch vorgesehen, dass lediglich Unternehmen in klassischen Insolvenzverfahren, nicht aber in Eigenverwaltungsverfahren von den Hilfen ausgeschlossen seien. „Im Laufe der Zeit hat man aber die Bedingungen stillschweigend angepasst und auf Eigenverwaltungsverfahren ausgedehnt. Das hat letztendlich zur Ablehnung des Antrags geführt. Hierdurch werden auch eigentlich erhaltungsfähige Unternehmen massiv gefährdet, erklärt Blümle.

Die sieben Hotels sind gepachtet und werden an die Eigentümer zurückgegeben.

In einer Belegschaftsversammlung teilten die beiden Insolvenzverwalter den rund 120 Mitarbeitern das Aus der Hotelgruppe mit. Die Mitarbeiter erhalten ihre Kündigungen und werden unmittelbar freigestellt.

Drei Häuser der Hotelkette, zwei in München und eines in Dresden, waren kurz vor dem Insolvenzantrag an eine andere Gesellschaft verkauft worden. Die Insolvenzverwalter kündigten an, diese Übertragungen genauer zu untersuchen. Es geht natürlich darum, ob die Not der Insolventen ausgenutzt wurde, um sittenwidrige Preise durchzusetzen.

Star Inn wurde 2004 von Paul Gerai und seiner Frau Kathrin gegründet, nachdem Paul bei Accor ausgeschieden war. Er starb überraschend 65jährig 2018.




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