Was Frankreichs historische Eisenbahnen bringen

Foto: Train Jaune Pyrénées Orientales

Historische Eisenbahnen sind für Frankreichs Touristiker ein echtes Marketinginstrument. Früher Transportmittel für die Bewohner der abgelegenen Dörfer und Landstriche, sind sie heute eine Attraktion für Urlauber.

Hier einige Beispiele:Im Süden der Auvergne verläuft zwischen Langeac und Langogne entlang der natürlichen Landschaft, die der Allier auf seinem Weg zur Loire durchfließt, eine außergewöhnliche Bahnlinie, die mythische Linie der Cevennen. Auf ihr fährt Train des Gorges de l’Allier. Die Linie wurde im 19. Jahrundert erschaffen. Das besonders unebene Landschaftsrelief machte zahlreiche Bauwerke nötig. Auf 67 km Strecke gibt es nicht weniger als 51 Tunnels und 16 Viadukte. Unterwegs sind in Monistral d’Allier und Alleyras zwei Bahnhöfe, an denen man zusteigen kann. Während der kommentierten Fahrt wird die Geschwindigkeit immer wieder verlangsamt, um den Reisenden genug Zeit zu lassen, die von vulkanischer Aktivität und später vom Wasser des Flusses geformten Landschaften und einen der letzten natürlichen Flüsse Europas zu entdecken, in den der atlantische Lachs zum Laichen kommt.

Wo die Pyrenäen ins Mittelmeer fallen, liegt das Pays Catalan, der französische Teil Kataloniens mit einer buchtenreichen Küste, terrassenförmig angelegten Weinhängen. Seit mehr als 100 Jahren ist der rotgoldene Train Jaune unterwegs, der die 63 km voneinander entfernten Orte Villefranche-de-Conflent mit Latour-de-Carol verbindet am südlichsten Zipfel Frankreichs. Auf seiner Strecke überwindet das „fahrende Museum des Eisenbahnbaus“ 1 200 Höhenmeter, bis es den Bahnhof Bolquère, den höchstgelegenen Bahnhof Frankreichs, erreicht. 650 Bauwerke, darunter 19 Tunnel und zwei eindrucksvolle Brücken mit 65m und 80m Höhe, sind an seinem Weg. Bis in die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts diente die Eisenbahn den Menschen in den abgelegenen Bergdörfern der Pyrenäen als Verkehrsmittel. Dann drohte die Schließung. Dank des Einsatzes engagierter Eisenbahner konnte die Linie aber gerettet werden. Heute ist sie vor allem für Touristen eine Attraktion. Neben dem historischen Zug sind auch zwei moderne Panorama-Triebwagen im Einsatz. Gelegenheiten zum Aussteigen an einer der vielen Haltestellen gibt es viele. Es warten beschauliche Dörfer, romanische Kirchen und enge Täler mit ausgezeichneten Wanderstrecken.

Auf der westlichen Seite der französischen Pyrenäen liegt bekanntlich das Baskenland. Die Basken legen großen Wert auf ihre Traditionen und Eigenheiten, und typisch für die Dörfer in diesem Landstrich sind die rot-weißen Fachwerkhäuser, an deren Fassaden nicht selten Chilischoten zum Trocknen hängen. Eine besonders angenehme Art, das Baskenland zu erkunden, ist eine Fahrt mit Petit Train de la Rhune. Vom Abfahrtsbahnhof Col de Saint Ignace zuckelt die historische Zahnradbahn seit 1924 mit acht Kilometern pro Stunde in 35 Minuten hinauf auf 905 Meter bis zum Gipfel von La Rhune, dem heiligen Berg der Basken. Oben angekommen eröffnet sich ein beeindruckendes Panorama. Der Blick schweift von den Gipfeln der Pyrenäenkette über die baskische Küste nach San Sebastian und Biarritz. Im Massiv von La Rhune ist ein großes Netz von Wanderwegen. Neben seltenen Pflanzen gibt es hier oben auch seltene Arten von Geiern, die aus nächster Nähe beobachtet werden können. Der Zug verkehrt bis zum 13. November eines jeden Jahres.

In den französischen Alpen ist der Mont-Blanc-Express eine komfortable Art, die Täler von Chamonix und Trient zu entdecken. Vom Zug aus hat man beste Sicht auf das beeindruckende Mont-Blanc-Massiv, die Spitzen der Aiguilles d’Argentière, den Col de Balme und den Gletscher Les Boissons. Die 55 km lange Strecke zwischen Saint-Gervais-les-Bains und Martigny in der Schweiz, vorbei an Wildwassern und Schluchten, hält an 19 Bahnhöfen in Frankreich und 11 Stationen auf der Schweizer Seite. 1901 fuhr der erste Zug zwischen St. Gervais und Chamonix. Fünf Jahre später war die Reise bereits bis nach Argentière möglich. Die Schweizer Strecke zwischen Martigny und Le Châtelard konnte am 18.08.1906 eingeweiht werden. Allerdings galt es noch eine Lösung für den Col des Montets zu finden, der überwunden werden mußte, um die französische mit der Schweizer Seite zu verbinden. Dies wurde am 01.11.1907 mit der Fertigstellung eines 1883 m langen Tunnels erreicht, dessen höchster Punkt auf 1386 m liegt. Die Geschichte von Chamonix ist eng mit der des Expreß verbunden, denn die Bahnlinie hat maßgeblich den Tourismus im Tal entwickelt.




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