REWE: Mit „foodwatch“ im Clinch

Die Einzelhandelskette wehrt sich gegen „foodwatch“, die selbsternannten „Essensretter“. Die haben eine Kampagne losgetreten, nachdem sie 120 papierverpackte Lebensmittel aus dem LEH haben untersuchen lassen und zwar in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Herausgefunden werden sollte, inwieweit sie aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe enthalten und „Stoffgemische, bei denen nicht auszuschließen ist, daß sich darunter Substanzen befinden, die kanzerogen wirken können“.

Hört sich gefährlich an. Wäre es auch, wenn Wesentliches gefunden worden wäre. Der höchste von „foodwatch“ in einem Produkt gefundene Wert für die Gruppe der nicht krebserregenden Stoffe liegt bei 0,0038 g/kg Lebensmittel, d. h. es wurde eine nur geringe Belastung gemessen. Von dem anderen wurde nichts gefunden. Die „Essensretter“ definieren jedoch abweichend von der wissenschaftlichen Einschätzung eigene „Belastungskriterien“, so der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V.

Da REWE das von „foodwatch“ als gefährlich eingestufte Produkt Bio-Weichweizengrieß als nicht belastet ansieht und es nicht aus dem Verkehr ziehen will, haben die „Essenretter“ eine eigene Rückrufaktion gestartet und raten Verbrauchern, die so etwas gekauft haben, es an den Einzelhändler zurückzugeben. Dagegen geht der Einzelhändler rechtlich vor, sagt der auf seiner Facebookseite.

Um Stellungnahme gebeten, sagt Reimund Esser, Sprecher der Rewe Unternehmenskommunikation: „Der REWE Bio Weichweizengries ist uneingeschränkt verkehrsfähig und gesundheitlich absolut unbedenklich. ,foodwatch' betreibt hier aus Sicht von REWE gezielte Verbrauchertäuschung. Anhand eigener Definitionen ,Öffentliche Rückrufe' zu starten, verwirrt die Verbraucher und kann diese in letzter Konsequenz gefährden. REWE behält sich ausdrücklich vor, im Sinne der Verbraucher rechtliche Schritte zu prüfen.
Grundsätzlich begrüßen wir es natürlich, daß Inhaltsstoffe unserer Produkte hinterfragt und geprüft werden. Wir würden uns hier ebenso gerne an einer konstruktiv geführten und wissenschaftlich nachvollziehbaren Diskussion beteiligen. Der von ,foodwatch' veröffentlichte Test liegt hingegen ein Bewertungsschema zugrunde, das nach eigenem Ermessen erstellt wurde.“

An sich ist das Problem bekannt. Diese aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe kommen an die Lebensmittel, da Papier, das bedruckt wird, recycelt dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt wird. Auf gut deutsch, das alte Papier ist in dem neuen. Es wäre sinnvoll, die Lebensmittel von dem Papier fernzuhalten, mit einer weiteren Verpackung, die kein Papier enthält.
Das Problem ist seit fünf Jahren bekannt.
Quelle NFh Nr. 15/15




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