Depressionen? Omega-3-Fettsäuren helfen

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Omega-3-Fettsäuren, darunter die Eicosapentaensäure (EPA) und die Docosahexaenoensäure (DHA), sind vor allem in fetten Meeresfischen wie Lachs oder Hering zu finden. Diese Fettsäuren haben spezielle chemische Verbindungen, die der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann, sie sind mehrfach ungesättigt und gehören damit zu den „essentiellen Fettsäuren“. Ist der Mensch gesund, reicht wohl die normale, vielseitige Ernährung, um damit ausreichend versorgt zu sein. Aber, wenn nicht?

Dr. Messamore und Kollegen aus psychatrischen Kliniken und Forschungseinrichtungen in Cincinnatti (Ohio, USA, 2017, in der medizinischen Fachzeitschrift Progress in Lipid Research veröffentlicht) faßten verschiedene Studien zur Bedeutung eines Omega-3-Fettsäure-Mangels für Schweregrad und Entwicklung affektiver Störungen zusammen. So zeigten landesweite und Querschnittserhebungen, daß eine größere regelmäßige Einnahme von mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren mit einem geringerem Risiko für affektive Störungen einherging. Menschen, die z.B. regelmäßig Fisch essen, neigten seltener zu Depressionen. Gleichzeitig lieferten Übersichtsstudien Hinweise darauf, daß bei solchen Erkrankungen geringere Konzentrationen von Omega-3 im Blut vorliegen.

Wie sich ein Mangel konkret auf die Schwere einer Erkrankung auswirken könnte, analysierten schließlich Dr. Pompili, Direktor des Suizidpräventionszentrums am Sant’Andrea Hospital in Rom, und Kollegen (2017) in einer internationalen Übersichtsstudie. Die Studienlage zeigte, daß ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren als Risikofaktor gelten könnte, der bei Ermittlung einer Suizidgefahr mit berücksichtigt werden sollte.

Zukünftige Studien sollen nun untersuchen, ob die langfristige Zusatzbehandlung mit Omega-3-Fettsäuren bei Menschen mit nachgewiesenem Mangel einen nachweisbaren Effekt auf den Schweregrad der Erkrankung und der Selbstmordrate hat.

Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Omega-3 scheinen demnach bei der Depressionsbehandlung tatsächlich relevant zu sein, wenn auch die konkrete Bedeutung und der Mechanismus nicht klar sind.. Bei chronischen Erkrankungen wie der Depression oder „Bipolaren Störung“ sollte auf eine ausreichende, vielseitige Ernährung geachtet werden, die Omega-3-Fettsäuren beinhaltet. Dies ist auch da relevant, die womöglich eine Veranlagung zu solchen Erkrankungen vorliegt. Es schadet sicher nicht, regelmäßigen Fischkonsum auch bei den Nachkommen depressiver und bipolarer Patienten als eine gesunde, womöglich schützende Tradition zu entwickeln, wie in NFh Nr. 12/17 zu lesen war.

Zur Quelle führt:
http://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S027858461630166X




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