Schlaganfall-Risiko läßt sich minimieren

Eine KLAFS Sauna, installiert hoch über den Dächern von Frankfurt/M.

Wer mehrmals wöchentlich sauniert, kann das Schlaganfallrisiko um bis zu 61% senken. Zu diesem Ergebnis kommen Experten der Medizin Uni Innsbruck und der Universität Ostfinnland in einer Studie, die das Sauna-Verhalten von mehr 1.600 Männern und Frauen unter die Lupe genommen hat. Das Fachjournal Neurology berichtet davon.

Unabhängig von anderen Parametern wie Alter, Geschlecht, Lebensstil, Body Mass Index oder kardiovaskulären Vorerkrankungen stellt die Frequenz von Saunabädern einen relevanten Einflußfaktor auf das Schlaganfall-Risiko dar. Der Nachweis dieses Zusammenhangs gelang Peter Willeit, Epidemiologe an der Univ.-Klinik für Neurologie der Medizin Uni Innsbruck gemeinsam mit KollegInnen der Universität Ostfinnland und weiteren Partnern anhand von Daten der finnischen, prospektiven Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor (KIHD)-Studie sowie der Befragung von 1.628 Männern und Frauen zwischen 53 und 74, die regelmäßig die Sauna besuchen. Die Ergebnisse wurden soeben in Neurology®, dem Medizin-Journal der American Academy of Neurology, veröffentlicht. Eruiert wurden die Häufigkeit und die Dauer des Sauna-Besuchs, wobei durchwegs die finnische Sauna-Variante mit hohen Temperaturen von 80 bis 100 Grad Celsius, niedriger Luftfeuchtigkeit und häufigem Aufguß in Betracht gezogen wurde. So konnten die befragten finnischen Probanden schließlich in drei Klassen eingeteilt werden: jene, die einmal pro Woche, jene, die zwei bis drei Mal pro Woche und jene, die vier bis sieben Mal pro Woche schwitzen.

Die Frage nach der Kausalität und den zugrundeliegenden Mechanismen wird zum Teil durch einen analytischen Blick auf allgemeine Risiken für Herzkreislauf-Erkrankungen beantwortet. So konnten vorangegangene Untersuchungen im Rahmen der  KIHD-Studie zeigen, daß Saunagänge das Risiko anderer Herzkreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck minimieren, was mit einem entsprechenden Effekt auf das Schlaganfallrisiko verbunden sein könnte. Auch die Stimulierung des Immunsystems, der positive Einfluß auf das autonome Nervensystem und die Reduktion von oxidativem Stress nach Saunagängen liefern Erklärungen.

Eine generelle Empfehlung für häufiges Saunieren wird trotzdem nicht ausgesprochen. Menschen mit kardialen Vorerkrankungen sollten unbedingt mit ihrem Arzt Rücksprache halten, ob und in welchem Ausmaß Saunabesuche für sie möglich sind.




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