Gastgewerbe: Beatmen hilft nicht

Neue Zwangsmaßnahmen werden angekündigt. Während sich die Bevölkerung soweit wie Material zur Verfügung steht, impfen lässt und hofft, dem normalen Leben so ein Stückchen näher zu kommen, wird in Berlin an einer Verschärfung des Infektionsgesetzes gefeilt, und da die Regierungsparteien eine Mehrheit im Bundestag haben, wird es wohl Ende dieser Woche dazu kommen, auch mit Zustimmung der Ministerpräsidenten, wenn nicht noch ein Wunder geschieht.

Große Teile der Volkswirtschaft, vor allem die des Mittelstands, die sich im Bereich von Gastgewerbe Tourismus, Kultur und Events betätigen, sind stillgelegt. Und bleiben es auch, solange wie eine Inzidenz von 100 überschritten wird, eine zeitlang sollte die Zahl 50 lauten. Diese magische Zahl heißt, die Gesundheitsämter der Städte und anderer Gebietskörperschaften registrieren z.B.100 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100 000 Menschen. Von diesen 100 verlaufen ca. 80 glimpflich bis harmlos, ca. 20 schwer bis schwerwiegend, einige davon müssen intensiv behandelt werden. In einer Stadt wie Krefeld (227 000 Einwohner, Inzidenz 146,4) liegen nach einer Corona-Infektion aktuell 29 Personen im Krankenhaus. Fünf befinden sich auf der Intensivstation, drei von ihnen werden beatmet. Die oder andere werden uns abends in der Tagesschau gezeigt mit dem Kommentar, die Intensivbetten werden knapp. Das gibt den Feilern in Berlin auftrieb.

Nun ist es glücklicherweise nicht so, als gäbe es keine andere Kräfte. Trotz des Schwenks von Ministerpräsident Armin Laschet ist in NRW die Absicht, Modellregionen zu ermöglichen dank Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart nicht gestorben. Die Außengastronomie soll im Saarland und Schleswig-Holstein wieder möglich sein, falls die ominöse 100 nicht überschritten wird. Die ist allerdings abhängig von den Tests, die vorgenommen werden und die sollen ja jetzt massiv ausgeweitet werden.

Die gastgewerblichen und touristischen Verbände, das Sterben von „systemrelevanten Branchen“ vor Augen, tun was sie können. Aber der Hinweis von Guido Zöllik, der Präsident des Deutschen Hotel- und Gastsättenverbands, zuletzt in der Online-Ausgabe des Münchner Merkurs, 75% seiner Mitglieder sähen ihre wirtschaftliche Existenz bedroht und 25% dächten konkret an Betriebsaufgabe, zeigt keine Wirkung. Dabei geht es natürlich auch um die Existenz des Verbands, wenn er keine Mitglieder mehr hat, braucht es ihn ja auch nicht mehr. Das ändert sich auch nicht, wenn die Betriebe durch „Überbrückungshilfe“ noch ein wenig beatmet werden.




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