Baden-Baden schafft Wohnraum am Neuen Schloß

Der Rat der Stadt hat mit Mehrheit den Bebauungsplan für die Gegend geändert, in der ein Hotel entstehen soll, das auf der Substanz des Neuen Schlosses aufbaut. Jetzt können hier auch Eigentumswohnungen entstehen, was bisher ausgeschlossen war. Die Verwaltung hatte mit Billigung des Rates im Sommer hierzu schon mal einen Anlauf unternommen, dessen Ausformulierung von der Unteren Aufsichtsbehörde (Regierungspräsident) verworfen wurde. Die hatte moniert, wenn man Wohnraum zulassen wolle, müsse man dafür den Bebauungsplan ändern, was jetzt mit den Stimmen der CDU, SPD und Freien Wählern geschah.

Dagegen waren die FDP und die Grünen. Hätte man sich auf deren Argumentation eingelassen („destruktives Verhaltensmuster, zögern, zaudern, verschleppen“), hätte man das Projekt vergessen können, denn die Bauherren (Kuwaitis mit Namen Al-Hassawi) würden dann keine. Sie wollen das etwa € 100 Mill. erfordernde Projekt mit dem Verkauf des Wohnraums zu einem Drittel finanzieren, ein Drittel bringen sie Eigenkapital auf, der Rest aus Hypothekendarlehen, wohl auch aus öffentlichen Mitteln. Das haben sie zu Beginn allerdings nicht gesagt.

Der Rat hat sich noch ein Hintertürchen aufgelassen, durch das er gehen kann, wenn Wohnungen gebaut werden aber kein Hotel. Ob das überhaupt anvisiert werden muß und wenn ja, gangbar ist, wird der Fortgang zeigen. Erst einmal wird weiter gebaut.

Die Sache läuft jetzt so schon seit 2010. Damals machte sich die kuwaitische Gruppe anheischig, die noch vorhandene Bausubstanz zu retten, um einen Anbau zu ergänzen und ein „Schloss-Hotel“ Baden-Baden mit 129 Zimmern zu errichten. Fertigstellung wurde für 2013 angesagt.


Das war nicht der erste Anlauf. Im Sommer des Jahres 2000 gab Thomas H. Althoff
bekannt, er werde das historische Kleinod erhalten. Der Kölner Hotelier (u.a.. Schloß Lerbach, Bergisch Gladbach, Hotel am Schloßgarten, Stuttgart und Schloß Bensberg) wollte den ehemaligen Stammsitz des Hauses Baden zu einem Luxushotel mit 100 Zimmern umbauen. Er erwarb die Immobilie zu einem nicht genannten Preis. Wie Althoff und Prinz Bernhard damals vor der Presse erläuterten, war Gegenstand der Vereinbarung, daß der Vertrag rückabgewickelt werden könne, wenn mit der Stadt, dem Land und den Denkmalschützern ein Einvernehmen über die Planungen nicht möglich werde. So geschah es dann.

Das „Neue Schloß“ in Baden-Baden war 1995 in die Schlagzeilen geraten, als die Familie das Inventar versteigern ließ. Möbel, Porzellan, Gemälde und Skulpturen brachten damals DM 80 Mill

Die Al-Hassawi-Guppe will das Hotel nicht selbst betreiben. Hierfür werden Hotelgesellschaften gesucht, damals wie heute.




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