Sicherheit im Gastgewerbe

Das Leben ist unsicherer geworden, ein Ende der Gewalt nicht abzusehen, und deshalb ist das, was einst selbstverständlich war, plötzlich ein hohes Gut: Sicherheit. Auch Gastronomie und Hotels stehen mehr denn je vor dem Problem, wie sie die Kundschaft vor Schaden an Leib und Seele schützen.

Als der Autor dieser Zeilen kürzlich mit Cyrus Hydarian zusammen stand und er davon berichtete, wie ihm der Schreck in die Glieder fuhr, als er abseits vom Breidenbacher Hof von der abstrakten Bedrohung der Düsseldorfer Altstadt erfuhr, war die Welt noch in Ordnung, wenn man sie mit dem vergleicht, wie sie sich seit ein paar Tagen in Deutschland darstellt.

Sicherheit im Hotel beruht auf zwei Ebenen. Einmal durch technische Einrichtungen zur Gefahrenabwehr und Überwachung, zweitens anhand von Informationen über jeden einzelnen zu erwartenden Gast, aber auch zu Personal und Lieferanten. Das ist in einem Boutique Hotel leichter zu bewerkstelligen als in einem mit Tagungen und Kongressen befaßten, aber wenn das nicht funktioniert, muß man sich hilflos fühlen. Das ist man sowieso, wenn der Angreifer mit militärischen Mitteln vorgeht und von innen angreift, wie 2008 in Mumbai.

Die Folge: es wurden Sicherheitsschleusen angeschafft, denen niemand entgehen konnte, der sich dem Haus nähert, die Zahl der Wachmänner drastisch erhöht, auf Sprengstoff abgerichtete Hunde angeschafft, und niemand kam ins Haus, über den nicht ein komplettes Dossier vorlag.
Freiheit Lebewohl.

Eine aktuelle Umfrage unter Hoteliers und bei McDonald’s ergab folgendes Bild. Olaf Feuerstein, Chef des Freizeit In in Göttingen, das größte Tagungshotel der Region sieht keine aktuelle Bedrohung, d.h. nicht, daß er das Scenario nicht aufmerksam beobachtet, aber er sieht sich mit seinem Haus weit weg von den Ballungszentren, wo die Wahrscheinlichkeit höher sei, das etwas passiert. Eine größere Anspannung verursachen potentielle Einbrecher und Räuber, deshalb wurde großzügig in den Videoüberwachung investiert und zwar für die öffentlichen Räume und Außenanalgen. Und das wird auch offensiv kommuniziert, seitdem sind Vorfälle weniger geworden und die Aufklärungsquote erhöht.

Jürgen Köhler, Chef des Mövenpick Hotels am Stuttgarter Flughafen. Er nahm schon 2008 anläßlich der Anschläge von Mumbai an einer Umfrage teil und sagte damals: „Wir lassen nicht täglich in den Rucksack unserer Mitarbeiter gucken, wenn sie einen mitbringen.“ Daran hat sich nichts geändert. Aber, man sei schon mehr sensibilisiert. Und zweimal pro Woche werde das Thema Sicherheit bei Meetings besprochen, mit Anweisungen, worauf zu achten ist. Das Tiefgaragentor werde jetzt nach jeder Ein- und Ausfahrt geschlossen, abgegebene Pakete oder Koffer nicht mehr einfach durchgewunken. In privates Sicherheitspersonal wird nicht investiert, weil man sich in das gesamte System den Flughafens eingebunden wisse.

McDonald's Deutschland, bekanntlich mit dem Outlet in München von einem Amoklauf schwer getroffen, ist weit entfernt in Aktionismus zu verfallen. Eine Unternehmensprecherin erklärt auf Anfrage: „Leider ist kein Restaurant der Welt vor der Brutalität einer solch menschenverachtenden Attacke geschützt. Grundsätzlich ist das richtige Verhalten in Extremsituationen Bestandteil der Ausbildung des Restaurant Managements von McDonald¹s Deutschland. Darüber hinaus gibt es ein entsprechendes Angebot an internen Trainings, die unsere Restaurantmitarbeiter bei Bedarf in Anspruch nehmen können. All unsere sicherheitsrelevanten Schulungsmaßnahmen werden regelmäßig überprüft und entsprechend angepaßt.“




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