Brauereien stehen zum Verkauf

Der mehr als $ 100 Mrd. kostenden Fusion der Brauereien Anheuser-Busch Inbev und SAB Miller steht nun nicht mehr viel im Wege. Der Verwaltungsrat von SAB Miller empfahl, das verbesserte Angebot von £ 45 je Aktie anzunehmen. Zuvor hatte das chinesische Handelsministerium erklärt, den Zusammenschluß unter Auflagen zu genehmigen. Die Kartellwächter in den USA haben Genehmigung erteilt. Auch die Wettbewerbshüter Südafrikas sind wohl einverstanden. Die Zustimmung der EU ist allerdings teuer erkauft. Die von SAB Miller gehaltenen europäischen Marken müssen verkauft werden. Und das sind einige. Auch ist der Deal für die ursprünglich im belgischen Löwen beheimatete AB Inbev noch einmal teurer geworden. Wie man hört um die Kleinigkeit rund £ 9 Mrd., weil das britische Pfund nach dem Brexit-Votum um so vieles leichter wurde.

Marken und Brauereien die zum Kauf stehen, sind z.B. Birra Peroni (Italien), Grolsch, De Klok, Holland, Arany Ászok, Ungarn, Bohlinger's Lager, England, Gambrinus Original, Tschechische Republik, Wojak Jasny Pelny, Polen und natürlich Pilsener Urquell, um nur eine Handvoll zu nennen. Insgesamt dürften es wohl drei Mal soviel sein. Für Pilsener Urquell hat sich schon die Stadt Pilsen interessiert und versucht, Investoren zu finden.

Die Gewinn- und Verlustrechnung von AB Inbev ist im zweiten Quartal von der Wirtschaftskrise im zweitgrößten Markt, Brasilien, belastet. Der Konzerngewinn stieg zwar auf vergleichbarer Basis um 4,3% auf $ 4,01 Mrd. Von Reuters befragte Branchenanalysten hatten allerdings $ 4,13 Mrd. erwartet. Eine deutliche Besserung in Brasilien gibt es – so AB Inbev - nicht mehr in diesem Jahr. SAB Miller ist von Umsatzrückgängen in Afrika betroffen, war in NFh Nr.10/16 zu lesen.

Noch ein erwähnenswertes Schmankerl. Die Amerikaner haben sich vor langer Zeit das Recht genommen, die Marke Budweiser für Marketingzwecke zu akquirieren, ohne die Rechteinhaber zu fragen. Die sind auch heute noch so klein und schmächtig, daß sie sich mit dem Riesen Anheuser Busch nicht anlegen mochten, jedenfalls nicht außerhalb von Europa. Hier wurde den Amis 2010 vom Europäischen Gerichtshof untersagt, Budweiser anzubieten und zu verkaufen.




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