In Wien reüssiert die Privathotellerie

Kaum eine Branche ist in den letzten Jahren so unter Druck geraten wie die Wiener Privathotellerie, sagt der Hotelmarktspezialist Christie & Co. In einer aktuellen Studie befragt er private Eigentümer und Betreiber zu ihrer Einschätzung sowie den Herausforderungen und Zukunftsaussichten.
Die Anzahl an Hotelbetriebe ist in Wien in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gewachsen und zwar um 18%. Noch stärker war allerdings die Steigerung der Zimmeranzahl, die in derselben Periode um 45% zugenommen hat. Doch auch die Nachfrage steigt seit Jahren kontinuierlich. Bereits zum siebten Mal in Folge verzeichnete Wien steigende Ankünfte und Nächtigungszahlen. Mit 3,8% im Jahr 2016 war die Wachstumsrate im Vergleich zu den Vorjahren zwar etwas geringer als 2015 und 2014 als 6% bis 7% heraus kamen, kann aber dennoch als stabil betitelt werden.

Gemeinsam mit STR Global, einem der weltweit führenden Marktforscher der Branche, haben sich Christie & Co die Daten der Wiener Hotels des ersten Quartals 2017 angesehen. Dabei zeigt sich, daß die Hotels ohne internationale Markenbindung in Wien deutlich besser abschneiden als international geführte Hotels. Entgegen der Meinung vieler Beobachter schaffen es die Privathotels also sehr wohl, sich bei der Ratendurchsetzung gegenüber dem stärker werdenden Markt an Kettenhotels zu behaupten. Bei der Auslastung ist die Performance mit durchschnittlich etwa 60% noch relativ ähnlich, wobei hier die Privathotels bereits um 1,7% vor Kettenhotels liegen. Verblüffend hingegen der Unterschied bei der Durchschnittsrate: Während Markenhotels auf eine ADR von € 88,- kommen, liegen Privathotels im Schnitt um fast € 10,- darüber, also bei € 97,-. Daraus ergibt sich auch bei den Erlösen pro verfügbarem Zimmer (RevPar) ein Unterschied von € 7,- zu Gunsten der Betriebe ohne Marke.

Es zeigt sich, daß die Qualität an Privathotels stetig steigt. In der Befragung der Wiener Privathoteliers ergab sich, daß die subjektive Einschätzung der Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu 2013 deutlich besser gesehen wird. Die befragten Hoteliers zeigen sich auch weiterhin investitionsfreudig. 70% der Eigentümer gaben an, in naher Zukunft in die Hardware investieren zu wollen bzw. diese Investitionen bereits geplant zu haben. Lediglich 30% sehen aktuell – abgesehen von laufenden Instandhaltungen – keinen Investitionsbedarf, wobei diese Hotels manchmal kürzlich renoviert wurden oder überhaupt neu auf dem Markt sind.

Eine Auswertung der Aussagen der befragten Hoteliers führt zum Schluß, daß die Privathoteliers in Wien den wachsenden Herausforderungen trotzt und ihren Platz am Hotelmarkt über zunehmende Qualitätssteigerung und Individualisierung verteidigt, war in NFh Nr.07/17, Seite 18 zu lesen.




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