Schörghuber: Aufwärtsentwicklung bei Hotels

Der Fürstenhof in Leipzig gehört zum Portefeuille

Das Geschäftsfeld Bauen & Immobilien war im vergangenen Jahr erneut der Wachstumstreiber der Schörghuber Unternehmensgruppe. Bei verhaltener Entwicklung im Inland verbuchte der Getränkebereich einen neuen Absatzrekord auf internationalen Märkten. Stabil blieb die Aufwärtsentwicklung im Unternehmensbereich Hotel. Schließlich zeichnet sich für das Geschäftsfeld Seafood nach verlustreichen Jahren eine Trendwende ab.

Das Münchner Familienunternehmen erwirtschaftete im Konzern mit den Geschäftsfeldern Bauen & Immobilien, Hotel und Seafood einen Gesamtumsatz von € 768,2 Mill. (Vorjahr € 980,4 Mill). Der Umsatzrückgang um € 21,6% resultiert im Wesentlichen aus dem planmäßigen Verzicht auf größere Transaktionen innerhalb des Immobilienportefeilles. Der Unternehmensbereich Getränke, der € 628,2 Mill (Vorjahr: € 632,8 Mill.) umsetzte, wird at equity bilanziert und ist daher nicht im Konzernumsatz berücksichtigt.

Der Vorsteuergewinn der Gruppe belief sich nahezu unverändert auf € 174,2 Mill. (Vorjahr: € 174,7 Mill.), während das EBIT – inklusive der Effekte aus der Fair-Value-Bewertung – auf € 326,1 Mill. (Vorjahr: € 189,5 Mill.) stieg. Die Bayerische Hausbau verzichtete aus strategischen Überlegungen auf die Inanspruchnahme der erweiterten Kürzung bei der Gewerbesteuer. Diese Entscheidung löste nicht liquiditätswirksame latente Steuern in Höhe von € 192,0 Mill. im Konzern aus. Das Konzernergebnis nach Steuern und Zinsen belief sich auf € 73,7 Mill. (Vorjahr: € 120,2 Mill.). Die Eigenkapitalquote fiel geringfügig um 0,9% auf 39,7%.

Große Projektentwicklungen im Bestand und im Development prägen das operative Geschäft der Bayerischen Hausbau.

Vier große Projektentwicklungen der Bayerischen Hausbau im Bestand am Standort München prägten das Jahr 2016: Planmäßig verlief die grundlegende Revitalisierung der Immobilie am Marienplatz 22, die unter Berücksichtigung des Ensembleschutzes zu einem multi-funktionalen Geschäftshaus mit Einzelhandel, Gastronomie, Büro und – erstmals an diesem Standort – Hotel ausgebaut wird und im August 2017 eröffnet. 2018 geht das in Kooperation mit dem Grundstücksnachbarn HBB Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft auf der Schwanthalerhöhe errichtete Nahversorgungszentrum in Betrieb. Die Flächen der Bayerischen Hausbau konnten 2016 nahezu voll vermietet werden. Auf dem ehemaligen Gelände der Paulaner Brauerei an der Welfenstraße entwickelt der Geschäftsbereich ein Wohnungsbauprojekt mit 390 Wohnungen – davon 30 Werkswohnungen –, verschiedenen Gewerbeeinheiten und einer Kita. Bis auf die Wohnungen, die der sozialen Bindung unterliegen, wird das Objekt nach Fertigstellung in den Bestand übernommen. Der Gebäudekomplex der ehemaligen Bayerischen Staatsbank wurde einer zweijährigen Zwischennutzung zugeführt. Die von der Landeshauptstadt erteilte Baugenehmigung zum Umbau in ein Luxushotel hat noch keine endgültige Bestandskraft, da über die anhängige Nachbarschaftsklage noch nicht entschieden wurde (hier klagt bekanntlich das Hotel Bayerischer Hof der Gebrüder Volkhardt KG).

Im Geschäftsfeld Development wurde Umsatz in Höhe von € 221,1 Mill. (Vorjahr: 250,6 Mill.) erzielt. Während im Investorenverkauf das Beurkundungsvolumen mit € 80,4 Mill. gegenüber Vorjahr (€ 93,4 Mill. ) weitgehend unverändert blieb, ging es im Einzelverkauf auf € 41,7 Mill. (Vorjahr: € 140,5 Mill.) bei 62 Wohneinheiten (Vorjahr: 260 Wohneinheiten) zurück. Als klassisches Projektgeschäft unterliegt das Development traditionell großen Schwankungen: Der Rückgang des Beurkundungsvolumens ist Folge des temporär geringeren Angebotes.

Die Brau Holding International führt als Holdinggesellschaft den Bereich Getränke der Schörghuber Unternehmensgruppe. Zur Straffung der gesellschaftsrechtlichen Strukturen und damit zur Vereinfachung der Abläufe innerhalb des Teilkonzerns wurde zwischenzeitlich die Holding mit der Paulaner Brauerei zur Paulaner Brauerei Gruppe verschmolzen. Sie ist damit zugleich Führungsgesellschaft des gesamten Getränkebereiches und operative Gesellschaft der Paulaner Brauerei. An der Paulaner Brauerei Gruppe hält die Schörghuber Unternehmensgruppe 70% und Heineken 30%der Anteile.

Der Unternehmensbereich blickt insgesamt auf ein durchwachsenes Jahr zurück. Nach acht Jahren stetigen Wachstums ging der Gruppenumsatz um 0,7% und das Gesamtabsatzvolumen um 0,6% zurück. Auch der Jahresüberschuß lag deutlich unter Vorjahresniveau. Vor allem Paulaner und Hacker-Pschorr hatten infolge der Anlaufschwierigkeiten der neuen Brauerei in München-Langwied unter einer eingeschränkten Warenverfügbarkeit in den Sommermonaten – insbesondere bei den Mehrweggebinden – zu leiden. Betroffen war deshalb im Wesentlichen der Inlandsabsatz.

Dagegen konnte die Brau Holding International ihren Wachstumskurs im Ausland konsequent fortsetzen. Trotz partieller Lieferengpässe konnte ein Wachstum von rund 5% und damit ein neuer Absatzrekord erreicht werden. Bei einem Auslandsabsatz von insgesamt hl 1,2 Mill. entfiel die Zunahme überwiegend auf die Paulaner Brauerei, die erstmals mehr als eine Million Hektoliter exportierte. Flankiert wird der internationale Erfolg der Marke durch die Brauhäuser: Deren Zahl hat im vergangenen Jahr zugenommen – weltweit gibt es nun 39 (Vorjahr: 37) – und soll auch künftig wachsen
In dem unverändert harten Verdrängungswettbewerb auf dem deutschen Biermarkt bieten die Brauereien der bisherigen Brau Holding International – die Paulaner Brauerei, die Kulmbacher Brauerei AG, die Fürstlich Fürstenbergische Brauerei und die beiden Privatbrauereien Hoepfner und Schmucker – der regionalen Braukunst eine Heimat. Diese Strategie ging für viele ihrer Marken im vergangenen Jahr auf. So konnte Mönchshof, nach Paulaner die zweitgrößte Marke des Brauereiverbundes, seinen Ausstoß um 12% steigern und den Vorsprung als nationaler Marktführer im Segment der Bügelverschlußflasche auf mehr als 20% ausbauen.

Der Umsatz des Teilkonzerns Getränke sank geringfügig auf € 628,2 Mill. (Vorjahr: € 632,8 Mill.). Das EBITDA betrug € 75,1 Mill. (Vorjahr: € 86,8 Mill.), während das EBIT auf € 17,9 Mill. sank (Vorjahr: € 42,6 Mill). Das Konzernergebnis (vor Anteilen Dritter) ging auf € 10,8 Mill (Vorjahr: € 31,9 Mill-) zurück.

Im Unternehmensbereich Hotel wurde mit der Eröffnung des Westin Hamburg in der Elbphilharmonie am 04.11.16 ein mit großer Spannung erwartetes Projekt erfolgreich an den Start gebracht. Auch insgesamt verlief das Geschäftsjahr 2016 zufriedenstellend. Dazu trugen nicht zuletzt die drei mallorquinischen Hotels bei, die von der positiven Entwicklung Spaniens und insbesondere Mallorcas als Urlaubsziel profitierten. Auch die in Deutschland betriebenen Hotels konnten ihre RevPar (revenue per available room) steigern, wobei sich die Häuser der Gruppe in München und Frankfurt besser als der Markt entwickelten.

Der Umsatz des Unternehmensbereiches Hotel stieg auf € 244,0 Mill. (Vorjahr: € 240,6 Mill). Das EBITDA sank auf € 10,7 Mill. (Vorjahr: € 12,8 Mill.), während sich das EBIT mit roten € 3,0 Mill. weiterhin im Minus bewegt (Vorjahr: € -0,3 Mill.), ebenso wie das Teilkonzernergebnis (vor Anteilen Dritter) mit € -6,0 Mill. (Vorjahr: € -3,2 Mill.).

Für die Folgejahre geht die Arabella Hospitality von einem nachhaltigen positiven Ergebnis aus. Grundlage hierfür ist nicht zuletzt die sukzessive Portefeuillebereinigung, die der Vorstand der Schörghuber Unternehmensgruppe 2010 im Rahmen einer grundlegenden Neuausrichtung der Strategie für den Unternehmensbereich Hotel beschlossen hat: Der Bestand der Arabella Hospitality soll künftig auf eigene Hotelimmobilien limitiert, Management- oder Pachtverträge für die zumeist renditeschwachen fremden Hotelimmobilien werden nicht mehr abgeschlossen. Im Jahr 2016 konnte so das Portefeuille nach Auslaufen der Pachtverträge um das Four Points by Sheraton München Olympiapark, das Sheraton München Airport Hotel und das Sheraton Düsseldorf Airport Hotel bereinigt werden.

Für die chilenische Lachsindustrie und mit ihr für die Productos del Mar Ventisqueros begann das Jahr 2016 wenig erfolgversprechend: Entgegen den Prognosen stagnierten die Preise für Atlantik- (Salar) und für Pazifiklachs (Coho) zu Jahresbeginn. Im Frühjahr führte dann eine Algenblüte, verursacht durch das Naturphänomen El Niño, zu einem Verlust von zirka 120.000 Tonnen Atlantiklachs, fast 20% des chilenischen Erntevolumens, wovon auch Ventisqueros betroffen war.

Aufgrund des geringeren Angebotes stabilisierten sich ab Jahresmitte die Preise auf hohem Niveau. Das geringere Erntevolumen im ersten Halbjahr nutzte Ventisqueros zu umfangreichen Maßnahmen zur Senkung der Produktionskosten. Gleichzeitig wurde das Exportgeschäft für die Lieferung frischen Lachses nach Nordamerika durch die Gründung der Vertriebsgesellschaft BluGlacier, eines Gemeinschaftsunternehmens mit Salmones Blumar, gestärkt. Ab August 2016 wurden deutlich positive Erträge erwirtschaftet. Allerdings gelang es noch nicht, die im ersten Halbjahr aufgelaufenen Verluste – insbesondere aus der Algenblüte – vollkommen auszugleichen.

Der Unternehmensbereich Seafood erzielte 2016 einen Umsatz von € 125,7 Mill. (Vorjahr: € 157,5 Mill.). Das EBITDA stieg deutlich an, von roten € 46,3 Mill im Vorjahr auf schwarze € 5,1 Mill. im Geschäftsjahr 2016. Auch das EBIT (jeweils inklusive der Effekte aus der Fair-Value-Bewertung) fiel mit € -4,9 Mill. deutlich weniger negativ aus als 2015 mit € -55,9 Mill. Das Teilkonzernergebnis schließlich hat sich signifikant auf € -8,8 Mill. (Vorjahr: -58,7 Mill.) verbessert.




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