Google, Facebook & Co. wird weniger getraut

Der Edelman Trust Barometer, der sich mit der Nachrichten- und Meinungslage beschäftigt und wie sie aufgenommen wird, ist erschienen. Er zeigt, wie tiefgreifend die Verunsicherung ist. Soziale Plattformen büßen stark an Vertrauen ein.

Der Vertrauensschwund ist dabei vor allem bei Google, Facebook und Co. In drei Viertel der Länder, die der Untersuchung zugrunde liegen, schwindet deren Glaubwürdigkeit. Weltweit vertrauen nur noch 51% der Befragten den digitalen Riesen

Für Medien allgemein zeichnet sich aufgrund der um sich greifenden Verunsicherung ebenfalls ein negatives Bild. Erstmalig seit Beginn der Erhebung im Jahr 2000 sind die institutionellen Medien weltweit diejenige, denen noch vertraut wird. In der Bevölkerung von 22 der 28 untersuchten Staaten überwiegt Mißtrauen. Auch für Deutschland bewahrheitet sich, was viele Experten schon lange vermuten. Die Verbreitung von gezielten Falschinformationen und manipulierten Nachrichten sorgt für eine ernsthafte gesellschaftliche Verunsicherung.

Die Studie zeigt auch, daß es enorme Vorbehalte gegenüber herkömmlichen Inhalteanbietern gibt: 46% der in Deutschland befragten Teilnehmer sind der Ansicht, daß Nachrichtendienste mehr an einer möglichst großen Reichweite interessiert sind, als daran, faktische Informationen zu liefern. 47% glauben darüber hinaus, daß diese eine politische Agenda haben und nicht neutral informieren.

Die schockierende Konsequenz: Menschen meiden Medien. In Deutschland geben zwei Drittel der Befragten an, daß sie weniger als einmal pro Woche Nachrichten lesen, hören oder sehen. Lediglich 15% widmen sich mehrmals pro Woche aktuellen Ereignissen in der Welt. Damit liegt Deutschland deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt. Vor diesem Hintergrund sollte der Vertrauensaufschwung für den Journalismus kritisch betrachtet werden.
Das Edelman Trust Barometer ist eine jährlich veröffentlichte Studie, die das Vertrauen in Regierungen, NGOs, Unternehmen und Medien untersucht. Die Erhebung wurde online in 28 Ländern durchgeführt und dauerte rund 30 Minuten. Bei der aktuellen Umfrage haben 33.000 Teilnehmer in einem dreiwöchigen Zeitraum zwischen Oktober und November 2017 teilgenommen. Darunter fallen 6200 Befragte aus der „informierten Öffentlichkeit“, erklärt das für die Umfrage zuständige Marktforschungsinstitut Edelman Intelligence. Diese weisen demnach folgende Charakteristika auf: Sie sind zwischen 25 und 64 Jahre alt, haben einen Hochschulabschluß, ein überdurchschnittliches Haushaltseinkommen und nutzen Medien intensiv.
Quelle: NFh Neue Fakten hotelintern Nr.01/18.




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