Die Zukunft der Geschäftsreise

Branchentreff zum Thema „The Future of Business Travel“ im ARCOTEL Kaiserwasser in Wien. Ein kleiner, professioneller Kreis, war der Einladung gefolgt, um über das was es an Trends in der Branche gibt, zu ratschlagen. Auf dem Podium zur Diskussion saßen Christian Cohrs, Redaktionsleiter des Magazins Business Punk aus Berlin, Mag. Dr. Susanne Baumann-Söllner, Vorständ für Kongressmanagement und Sprecherin des Vorstands des Austria Center Vienna, Peter Tolinger, Geschäftsführer Verkehrsbüro Business Travel GmbH und Mitglied des erweiterten Vorstands der Austrian Business Travel Association, sowie Martin Lachout, Vorstand der ARCOTEL Hotel AG. Moderiert wurde die Diskussion von Messe & Event-Chefredakteur Christoph Berndl.

Initiatorin des Branchentreffs, der nun öfter stattfinden soll, ist Dr. Renate Wimmer, Eigentümer der ARCOTEL Hotels Unternehmensgruppe.

Trends hätten ihren Ursprung häufig in den USA, das gelte auch für den Markt der Geschäftsreisen, stieg Peter Tolinger in die Diskussion ein und nannte Konzepte wie „door-to-door“ oder „bleisure“. Für ihn der wichtigste Trend: „Der Geschäftsreisende selbst trifft die Entscheidung, das ist die wichtigste Entwicklung auf die wir uns einstellen müssen.“ Es komme bei den Geschäftsreisenden nicht nur die nächste Generation nach, sondern insgesamt seien Geschäftsreisende immer jünger, erklärte er. „Früher haben wir als Reisebüro uns über den Verkauf von Flugscheinen definiert, heute ist das Rahmenprogramm mit dabei.“ Das Konzept der Verbindung von Geschäftsreisen und privatem Programm, „Bleisure – Business & Leisure“, biete ein enormes Potenzial, sei aber prozesstechnisch eine Herausforderung. „Hier müssen noch Themen wie z.B. Datenschutz und Sachbezug geklärt werden“, sagte er u.a.

Aus Berlin angereist war Christian Cohrs, Redaktionsleiter des Magazins „Business Punk“. „Als Business-Lifestyle-Magazin schreiben wir über Arbeit und Leute, die ihr Ding machen. Wir bilden Gründer ab, die sich reinhängen, aber auch Spaß haben wollen.“ Er bestätigte, dass 95% der jungen Reisenden es als Bonus sehen, wenn sie häufig auf Geschäftsreise gehen können. Für ihn ein wichtiger Trend: „Für die jüngere Generation hat ein persönliches Treffen einen deutlich höheren Wert als Videoconferencing.“ Auch eine Infrastruktur zum Arbeiten sei wichtig und er schlug vor, dass Hotels in der Lobby mit Arbeitsflächen experimentieren und Co-Working anbieten.. „Die jüngeren Geschäftsreisenden sind eine sehr interessante Zielgruppe, denn sie wollen etwas erleben und sind auch bereit dafür Geld auszugeben, beispielsweise in der Gastronomie“, sagte er. Hier können sich Unternehmen also fragen, wie sie Upgrades gestalten können. Eine Antwort auf die Frage, was sich die junge Generation vom Hotel wünscht, formulierte er so: „Es wird Platz gebraucht, um die Yogamatte auszurollen.“

Dr. Susanne Baumann-Söllner machte sofort klar: „Die Kongressgäste werden jünger und weiblicher. Wir haben heuer - das ist in Österreich die Bezeichnung für dieses Jahr - erstmalig eine kostenlose Kinderbetreuung angeboten und es wurde sehr gut angenommen.“ Für sie ist der Trend: Man müsse genau schauen, was die Bedürfnisse der Reisenden seien und sich darauf einstellen. Das Thema der Kongresse bedinge die Teilnehmer, die sehr unterschiedlich sein könnten, sagt sie. „Was alle gemeinsam haben ist, dass sie sich ‚Erlebnisse‘ wünschen.“ Als Beispiel nannte sie den Radiologenkongress, der zwar immer in Wien stattfinde, aber regelmäßig ein anderes Programm und andere Erlebnisse biete. Und sie betonte: „Das Vernetzen der Teilnehmer, das persönliche Gespräch ist ganz wichtig, gerade bei der jungen Generation. Dem entsprechend haben wir auch in den vergangenen Jahren sehr viel in neue Netzwerk- und Loungebereiche investiert.“ Außerdem setzt sie auf ein hochmotiviertes Team: „Bei uns sind die Mitarbeiter die wichtigsten Ambassadoren, ein wertschätzender Umgang kommt 100fach zurück!“

Martin Lachout bestätigte, dass Geschäftsreisende immer mehr Frauen sind und auch jünger werden. „Es ist unsere Aufgabe als Hoteliers, auf die Bedürfnisse der Gäste einzugehen“, sagte er. „Herangetastet an das Konzept ‚Bleisure – Business & Leisure‘ haben wir eine Antwort mit dem ARCOTEL Donauzentrum.“ Hier gibt es nicht das klassische Restaurant, sondern einen „Livingroom“ zum Co-Worken. Dieser werde vom jüngeren Publikum gut angenommen. „Allerdings ist es keine Einnahmequelle einen Sessel im Co-Working-Space stundenweise zu vermieten“, verriet er den Hoteliers in der Runde. Es funktioniere über die Umweg-Rentabilität. Reisebüros seien als Partner sehr wichtig, erklärte er, denn gemeinsam würden Kontingente und Termine definiert. Aus seiner Erfahrung hätten die größeren Firmen die kleineren Reisebudgets.

„Flexibilität bei der An- und Abreise ist eine wichtige Anforderung für weitreisende Geschäftsreisende“, sagte Martin Lachout. Gleichzeitig sei das auch eine große Herausforderung an der Rezeption, insbesondere bei hoher Auslastung. Im Vergleich mit Homesharing-Angeboten für Geschäftsreisende sagte Lachout: „Wir als Hoteliers verkaufen nicht nur Übernachtung und Unterhaltung, sondern bieten vor allem Sicherheit.“ Was passiere, wenn sich etwas spontan ändere oder der Geschäftsreisende Unterstützung benötige?

Der nächste Branchentreff mit dem Thema „„Städtetourismus“ findet am 19. 03.19 statt.




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