Hotelinvestment: Investoren gehen über die Dörfer

Der Hotel-Investmentmarkt kann das Niveau der Vorjahre im ersten Halbjahr 2019 ungefähr halten und erzielt einen Umsatz in Höhe von € 1,63 Mrd. Zwar wurde das Resultat des Vorjahreszeitraums aufgrund der geringeren Zahl der registrierten Hotelverkäufe um 14 % unterboten, dafür liegt das durchschnittliche Transaktionsvolumen pro Verkaufsfall mit knapp € 33 Mio. um 13 % höher, hat BNP Paribas Real Estate ermittelt.

Nachdem der Umsatzanteil ausländischer Investoren 2018 bei 48 % verharrte, erfolgte im ersten Halbjahr 2019 ein Rückgang auf 38 %. Der Hauptgrund hierfür dürfte darin liegen, daß der Hotelmarkt derzeit anders als 2014 oder 2016 weniger stark durch Portefeuilledeals geprägt ist.

Der Rückgang des Investmentvolumens im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geht größtenteils auf das Konto der großen Hotel- und Tourismusmetropolen des Landes. So sank das Transaktionsvolumen in Berlin von € 398 auf € 152 Mio. (-62 %). In München brach der Umsatz um 72 % ein und liegt bei nur noch € 92 Mio. nsgesamt summieren sich die Hotel-Investments in den Top 7 (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart) auf 897 Mio. €, was einem Rückgang um knapp 34 % entspricht. Verantwortlich hierfür ist allerdings nicht etwa ein rückläufiges Investoreninteresse, sondern wie auch in anderen Assetklassen das unzureichende Produktangebot, insbesondere im großvolumigen Segment. In den B- und C-Städten hat das Anlagevolumen dagegen nicht nur prozentual, sondern auch absolut zugelegt. Nach € 549 Mio. im Vorjahreszeitraum erreichten die Hotelstandorte jenseits der Top 7 im ersten Halbjahr 2019 ein Gesamtvolumen von € 735 Mio. (+34 %). Dies bedeutet, daß 45 % des Hotel-Investmentumsatzes an den kleineren und mittleren Destinationen getätigt wurden.

Hotel-Investments haben ihr Nischendasein in den vergangenen Jahren verlassen und stellen eine beliebte Anlageform für private wie institutionelle Investoren dar. Dabei rücken B- und C-Städte dank überzeugender Konzepte und einer fortschreitenden Professionalisierung der lokalen Hotelmärkte durch die Markenhotellerie in den Fokus. Dank einer regen Bautätigkeit ist auf der Angebotsseite im weiteren Jahresverlauf jedoch mit Entspannung zu rechnen, so daß ein Jahresumsatz im Bereich von € 4 Mrd. € nicht unrealistisch erscheint, meint die Bank.




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