Ärger beim Gault Millau WeinGuide

Armin Diel, Chefredakteur und Herausgeber der deuschen Ausgabe, hat seinen sofortigen Rücktritt von beiden Funktionen erklärt. Diel begründet diesen Schritt damit, daß aus der Kritik einiger Winzer an einer Marketingaktion des Christian Verlags, der das Buch verlegt, eine Kampagne gegen den WeinGuide geworden sei, bei der er sich zunehmend persönlichen Angriffen ausgesetzt sehe. Es sei an der Zeit, so Diel, „Schaden von meiner Familie, meinem Weingut, dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) und nicht zuletzt vom WeinGuide abzuwenden.“
Clemens Hahn, Programmleiter im Münchner Christian Verlag, nahm Diels Schritt mit Bedauern zur Kenntnis. Armin Diel und Joel B. Payne gründeten den WeinGuide 1993. Joel B. Payne wird auch weiterhin als Herausgeber und Chefredakteur verantwortlich zeichnen.
Ursache des Zerwürfnisses ist eine Aktion Hahns, die Rentabilität des Guides zu verbessern. Mit Schreiben vom 08.06.09 hatte er den Winzern einen freiwilligen Kostenbeitrag von € 195,- pro Jahr vorgeschlagen. Aufgrund des auf 800 Seiten angewachsenen Umfangs des Buches sei man „auf Ihre Unterstützung angewiesen.“ Als Gegenleistung gibt es zwei Freiexemplare des Führers, ein „Gault-Millau“-Türschild, einen Aufkleber und das Recht, mit der Empfehlung zu werben.
Mehr als die Hälfte der angeschriebenen 900 Winzer habe das Angebot angenommen, berichtet Clemens Hahn. Doch mehr als ein Dutzend Topwinzer aus allen Weinbauregionen sagten in einem Offenen Brief vom 30. 06.09 „Nein“, darunter berühmte Namen wie Knipser, Gunderloch, Fürst, Philippi, Heger, Dönnhoff, Künstler, Johner oder Heymann- Löwenstein. Auch Topwinzer Meyer-Näkel ist entschieden: „Wir bezahlen nicht für Bewertungen“, so der Newsletter Nikos-Weinwelten. Inzwischen rudert Hahn zurück und verweist auf die Freiwilligkeit des Angebots, aber der Schaden ist immens.




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